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Ein Abend auf der offenen Rennbahn in Oerlikon - Schlussmeeting

 

Wie immer, wenn wir an ein Dienstagabend-Rennen nach Zürich reisen, steige ich um 15:30 Uhr in Bern auf den Zug und fahre nach Solothurn. Hier holt mich mein Vater, er arbeitet in Solothurn, vom Bahnhof ab und wir fahren gemeinsam nach Zürich. Meist ist mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen, weshalb wir einige Zeitreserven einrechnen müssen. Normalerweise treffen wir so gegen 17:45 Uhr auf der Rennbahn ein. Das Material wird ausgeladen und die Vorbereitungen aufs erste Rennen beginnen. Ich habe es lieber, wenn wir genügend Zeit für die Vorbereitungen haben, so dass ich mich nicht nur physisch sondern auch mental auf die Rennen einstellen kann.

 

Gestern startete der Abend mit einem Ausscheidungsrennen. Beim Ausscheidungsrennen wird jeweils pro Runde der Letzte eliminiert und scheidet aus. Dies ist nicht meine Lieblingsdisziplin, weil man oft im Feld eingeklemmt wird und sich dann kaum mehr gegen ein Ausscheiden zur Wehr setzen kann. Zudem wird gegen den Zielstrich hin ziemlich gedrängt, so dass es auch zu Stürzen kommen kann. Gestern gab es glücklicherweise keine Stürze. Damit ich dem Gedränge aus dem Weg gehen konnte, übernahm ich die Führungsposition. Leider kam es so wie es nicht hätte kommen sollen, im entscheidenden Moment wurde ich überholt und eingeklemmt, so dass ich bereits früh ausschied. Mein Vater fand danach nicht nur lobende Worte, was mich nervte, da mir mein taktischer Fehler selbst auch klar war.

 

Nach einer kurzen Pause in der es darum geht das Laktat abzubauen und so gut als möglich zu regenerieren, starteten wir zum Punktefahren. Hier gibt es 4 Wertungssprints, jeweils nach 6 Runden. Im ersten Sprint konnte ich den dritten Rang belegen, was mir 2 Wertungspunkte eintrug. Danach habe ich den Faden etwas verloren, musste diverse Male Lücken zufahren und war ziemlich im roten Bereich. Obschon ich mit der Spitzengruppe ins Ziel einfuhr konnte ich keine Akzente mehr setzen. Ich fühlte mich irgendwie auch nicht richtig spritzig, hatte etwas müde Beine.

 

Nach einer längeren Pause stand noch das Scratch-Rennen über 12 Runden auf dem Programm. Zusammen mit den U19 Fahrer entwickelte sich nach dem Start ein sehr schnelles Rennen. Obschon dass es einige Ausreissversuche gab, konnten diese Fahrer immer wieder eingeholt werden. Auf der vorletzten Runde orientierte ich mich am Hinterrad von Dominik Weiss. Als er so ca. 1 Runde vor Schluss den Sprint anzog, konnte ich ihm im Windschatten folgen. Auf der Gegengeraden trat ich dann bereits aus dem Windschatten hervor und konnte mich vor der letzten Kurve an die Spitze setzen. Zudem hatte ich durch meine Höhe in der Kurve noch etwas Reserve für die Zielgerade. Eine Woche nach dem Sieg im U17 Scratch holte ich mir den Sieg im U19 Scratch. Ein unglaublich schönes Gefühl als erster über die Ziellinie zu fahren und anschliessend die Siegerehrung sowie die Ehrenrunde vor über 1000 Zuschauern zu erleben.

 

Im Anschluss an meine Rennen, schauen wir uns jeweils noch kurz die Eliterennen an, bevor wir dann die Heimreise antreten. Kurz nach 23:00 Uhr sind wir zuhause angekommen. Mit dem Rennen nächsten Samstag in Genf, geht die Strassensaison zu Ende. Gleichzeitig beginnen die Trainings und Bahnrennen in der Halle. Ich werde mich vorab auf diese Bahnrennen konzentrieren, daneben möchte ich mich aber vereinzelt auch an Querrennen beweisen.

 

(Siehe hierzu auch die 2 Filmchen vom 17.09.2019)

 

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